Die Künstlerin, deren Grafiken bereits drei Mal als Briefmarke der österreichischen Post aufgelegt wurden, hat sich vor allem mit ihren akribischen, maßstabsgenauen und höchst naturalistischen Insektenzeichnungen eine Ausnahmestellung in der österreichischen Kunst geschaffen. Kontriner arbeitet hauptsächlich in Serien mit Bleistift und Aquarellfarbe auf Papier. In ihrer Kunst beschäftigt sie sich mit ökologischen Themen und spürt Veränderungsprozessen in der Natur nach. Seit 2012 sind Insekten ein zentrales Motiv in ihrer Arbeit, mehrere Werkfolgen widmen sich diesem Thema. In den Jahren 2018 und 2019 realisierte sie das Projekt „Perikularium” in Kooperation mit den Tiroler Landesmuseen. Dabei porträtierte sie mit großer Detailgenauigkeit 28 Insekten und einen Skorpion, die in Tirol als ausgestorben oder gefährdet gelten. Dieses Kunstprojekt stellt ein Zeitdokument zur ökologischen Krise der Gegenwart dar.
Das immanente Memento mori der Natur ist in Kontriners Oeuvre allgegenwärtig, denn ihre Tiere – neben den Insekten sind es auch Vögel – sind durchwegs tote. Es ist allerdings kein hässlicher Tod, der zur Abbildung kommt, sondern ein ästhetisierter. Die feinfühlige Nachzeichnung von Käfern und Schmetterlingen imitiert die Präsentation naturhistorischer Sammlungen, die ihre filigranen Objekte auf feine Nadeln spießt und so in den Raum rückt. Der subtile Schatten, den die Künstlerin ihren Insekten unterlegt, zitiert diese räumliche Wirkung und hebt dadurch die reine Illustration in eine illusionistische Dimension.
* 1980 in Lienz
lebt und arbeitet in Wien