Astrid Esslinger

Seit Ende der 1990er Jahre liegt der Schwerpunkt von Esslingers Arbeit auf der Acrylmalerei, die sie selbst als intuitiv, seriell und ergebnisoffen beschreibt. Die Künstlerin entwickelt das Bildgeschehen aus dem Rhythmus der Bewegung beim Farbauftrag. Dieser bleibt in großen Strichen spürbar, ist gestisch, ohne informell zu werden. Da ihr zentrales Interesse der Erfassung von Lebendigkeit gilt, bleibt das Lebendige konsequenterweise auch im Bild. Dessen Darstellung ist weit entfernt von Hyperrealismus, es genügt als Schemen, fast schon als Chiffre. Dadurch bewahren sich Esslingers Bilder etwas vom tiefen Atem abstrakter Malerei.

Ihre Arbeiten der letzten Jahre sind dem Themenkomplex des geteilten Habitats von Tier und Mensch zuzuordnen. Das Gegensatzpaar Wildnis und Zivilisation ist in den Bildern präsent. Verkehrszeichen und Wildtiere sind nicht nur formale und farbliche Antipoden, sondern verweisen auf das Konfliktpotential, das durch die Wiederansiedelung von Wolf, Schakal, Luchs und Bär neue Glut erhält. Als Gegenspieler zur Zivilisation hat vor allem der Wolf eine lange Tradition in der europäischen Geschichte. Er stellt für die Künstlerin den Prototyp jener unbestimmten Gefahr dar, die in der Wildnis lauert. Die Verkehrswege – auf die sie signalhaft hinweist – stehen für die Erschließungsstrukturen des ungesicherten Terrains und bilden damit die wesentliche Basis für die Domestizierung des Wilden.

* 1958 in Linz
lebt und arbeitet in Linz

Studium Publizistik und Kunstgeschichte Universität Salzburg
Forschungsstipendium USA

„Stadtwerkstatt“ Linz

seit 1986 Fokus auf ihr eigenes künstlerisches Schaffen

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