Jonuzi-T ist ein Universalkünstler, dessen Werk Kunst und kunstnahe Wissenschaft vereint. Er nutzt wissenschaftliche Grundlagen wie die Dreifarbentheorie von Thomas Young, die später von dem Physiker J. C. Maxwell weiterentwickelt wurde, für seine Werkserie „Hochzeit des Lichts“ und beschäftigt sich in seinen teils großdimensionierten Tierzeichnungen mit Fragen der Evolution und mit der doppelbödigen Beziehung zwischen animalischer und menschlicher Sphäre.
Seine Affen-Generäle der Werkserie „Apocalyptic Genetics“ erhalten durch die mannigfaltigen Kriegskonflikte unserer Zeit eine unheimliche Aktualität und auch eine Stellvertreterfunktion. Für die gelingende Repräsentanz des ICHs durch das ES reichen so hochkomplexe, aber eindeutige Symbole wie Orden und Epauletten. Jonuzis Schimpansen sind keine plumpe Vermenschlichung, sondern sie sind Allegorie. Er führt diese militärisch hochdekorierten Affen nämlich nicht bis zur Individuation, sondern belässt sie in der Typologie – und damit in der kollektiven Tragfähigkeit ihrer absurden Rollen.
Da wie dort geht es vor allem um eines: um Vorherrschaft, um das Primat. Dieses gibt es auch mit männlichem Artikel: der Primat. Die alte Bezeichnung dafür hieß „Herrentier“. Nicht von ungefähr werden Schimpansen als die dem Menschen nächsten Artverwandten bezeichnet. Sie nutzen Werkzeuge, jagen mit Kalkül, führen organisierte Fehden, bestrafen, vergewaltigen und töten.
* 1964 in Presheve / RKS
lebt und arbeitet in Bregenz und Sarajevo
1986 Diplom der Academy of Fine Arts in Prishtina / RKS
Internationale Ausstellungen u.a. Bosnien, Nordmazedonien