Birgit Bachmann darf als eine der feinsinnigsten Kärntner Künstlerinnen gelten, die ihren künstlerischen Kosmos abseits von Provokation, Grenzüberschreitung und Aufmerksamkeits-PR entwickelt. Ihr Oeuvre ist in stetigem Fluss, unaufgeregt mäandernd zwischen Zeichnung, Stickerei, Malerei und Installation. Zu ihren Akzentsetzungen zählt die Hinwendung zu Naturthemen, zu Flora und Fauna, mit der sie – um einen ihrer Werktitel zu zitieren – „eine Geschichte von fast Allem“ schreibt. Ein Strang in dieser Geschichte weist unbeirrt auf die Evolution der Lebensformen hin. Bachmanns Arbeiten sind von archaischen Meereskreaturen gleichsam wie von Luftwesen bevölkert und imaginieren den salzigen Geschmack der Ursuppe, aus der sich höhere Organismen entwickeln durften.
Ihre Werkserie „Vögel“ reiht sich nahtlos in die dezente Stille ihres Oeuvres ein. Ohne Aufschrei, ohne didaktischen Fingerzeig, ohne plumpe Kritik. Auch wenn diese Vögel sichtlich tot sind, sind sie im Sinne der Kunst vor allem schön und eine Paraphrase des Kunstbegriffs „Stillleben“. Die Vögel liegen am Rücken, wie schlafend, und werden durch die Malerei von toten zu ewigen gemacht. Ihre Physis wird zum Glanzspiel der Farben. Als eigenwilliges Motiv der Künstlerin werden sie geadelt, ganz im Einverständnis mit jener bekannten Parabel des Sufismus (islamische Mystik), die dem verwesenden Hund noch die schönen Zähne „weiß wie Perlen“ attestiert.
* 1966 in Innervillgraten / Osttirol
lebt und arbeitet in Gmünd / Kärnten
Studium bei Prof. Rainer Akademie der bildenden Künste Wien
Malerei, Buntstiftmalerei, Zeichnung und Stickerei sowie raumgreifende Installationen
Gründungsmitglied der Kulturinitiative Gmünd