Der Bildhauer Fritz Russ ist im Oberkärntner Raum längst eine Institution geworden. Dazu haben nicht nur sein unermüdliches, hauptsächlich figuratives Schaffen und die Wahl seines bevorzugten Materials, sondern auch die beachtliche Genese der Künstlerstadt Gmünd, die sein Atelier mit propagiert hat, und seine diversen als Outdoorskulpturen umgesetzte Tiere im Umkreis des Millstätter Sees beigetragen.
Russ kennt seine Tiere wie seine Westentasche; nicht von ungefähr legt er in seinem motivischen Zoo den Schwerpunkt auf die heimischen Haus- und Nutztiere. Hunde, Hühner, Esel, Pferde und Kühe hat er in vielfacher Ausführung zu Referenzträgern seiner Kunst gemacht. Die Morphologie dieser Tiere ist in seinen Skulpturen bestechend gut getroffen, was den akademisch geschulten Blick verrät. Die Originalität aber erhält sein Oeuvre durch eine gewitzte Selektion der Darstellung und durch die findige Nutzung von Altmetallteilen als Bausteine seiner Objekte. Das Resultat ist eine plastische Kunst, die trotz des nötigen, harten Herstellungsprozesses eher der Leichtigkeit des Seins entlehnt ist und deshalb wie locker aus dem Ärmel geschüttelt wirkt. Mit dem „armen“ Recyclingmaterial erschafft Russ seine persönliche Variante der „arte povera“ und paart diese mit einer manchmal schalkhaften, manchmal kritischen, aber immer pointierten Bezugnahme auf seine Umwelt.
Die Kuh „LOLA“ ist eine Leihgabe der Familie Ertl / Spittal. Vielen herzlichen Dank dafür!
* 1961 in Kammersdorf / NÖ
lebt und arbeitet in Gmünd / Kärnten
1985 Holz- und Steinbildhauer in Elbingenalp, Tirol
Internationale Ausstellungstätigkeit u.a. in PL, D, B, I, FR, RU, CH
Auszeichnungen u.a. Förderpreis Land Kärnten, Theodor Körner Preis, Steinacher Kunstpreis