Den Kulturpreisträger des Landes Kärnten zeichnet sowohl in seiner Malerei als auch in seiner Musik die unablässige Lust zum Witz aus. Dass dieser Witz nie banal oder abgeschmackt wird, liegt in der kunstvollen Vertracktheit, die getrost als Stilmittel des Künstlers bezeichnet werden kann. Fischer-Kondratovitch verrückt Zeiten und Verhältnisse, vermengt Kulturfremdes mit Heimischem, vertauscht An- und Zuordnungen.
Im Mittelpunkt seiner Malerei steht oft der Mensch im Verhältnis zum Raum und zu seiner Umwelt. Seine Menschendarstellung kennt weder Glanz noch Gloria, weder Verherrlichung noch Heldentum, sondern führt meist zu einer saloppen Bedeutungsnivellierung. Der Mensch wird in seinen Bildern als Massenwesen zum Insektenpendant, zum klitzekleinen Gast-Tier der Erde zurückgereiht.
Den gegenläufigen Bedeutungstransfer, die Überhöhung, reserviert der Künstler in aktuellen Werken jedoch verschiedenen exotischen Tieren. In surreal anmutenden Szenerien dürfen Zebras, Tiger, Leoparden das verschneite Hochgebirge als anmutige, aber sichtlich deplatzierte Blickfänger schmücken. Mit seinen „Schnee-Halluzinationen“ und monochromen „Vintage Views“ – auf zerschlissene orientalische Teppiche gemalt – kredenzt uns GFK ein ironisches Potpourri widersprüchlicher Bild- und Vorstellungswelten.
* 1968 in Villach
lebt und arbeitet in Wien und in Kärnten
Studium Kunst Escuela de artes visuales Caracas, am Mozarteum Salzburg und Akademie der Bildenden Künste Wien