„Die Kunst schlägt wie ein Herz…“ heißt eine Zeile in einem Gedicht Jürgen Ceplaks, der zu den profiliertesten Künstlern des Ateliers De La Tour zählt. Ceplaks eigenes Herz schlägt für zwei Kunstformen, sein Schaffen pendelt zwischen Bild und Text und vereint beides in farbintensiven Textbildern.
Herausstechend sind seine Zeichnungen mit Tusche und Tuschstift, die eine künstlerische Verdichtung seines Bildschaffens darstellen. In ihnen erweckt er eine reichhaltige Pflanzen-, Tier- und Phantasiewelt mittels minutiöser Schraffurtechnik und ornamentaler Körperhaftigkeit zum Leben. Dem Künstler geht es dabei durchaus um das Zitieren der Realität. Ceplaks symbiotische Wirklichkeit liegt in einer fein abgestimmten Mischung aus naturnahem Abbild und freier Phantasie. Dieses Mengenverhältnis aus Beobachtung und kreativem Ausmalen zeichnet auch seine Lyrik aus.
Die schwarzweißen Zeichnungen – wie zum Beispiel „Schlangenbaum“ – verraten auch eine reflexive Komponente im Bildschaffen des Künstlers. Viele Werke der Art Brut sind im Vergleich impulsiver oder – wenn man an diverse Wimmelbilder denkt – ohne den präzisen Anfang und Abschluss von Ceplaks Blättern. Ceplaks Komposition macht nicht nur seine perspektivische Intention, sondern auch ein gewisses „Framing“ als Gestaltungselement nachvollziehbar. Die Grenzen des Blattes sind klar, es gibt kein ad infinitum, denn der Platz des Papiers definiert zugleich den Spielraum der Bildgeschichte.
* 1968 in St. Andrä / Lavanttal
arbeitet seit 1999 im Atelier de La Tour
Schwarz-Weiß-Zeichnungen mit Tuschstift und Farbdrucke, oft mit Texten kombiniert
2007 Ehrenpreis beim Literaturpreis „Ohrenschmaus“