Roland Maurmairs Arbeiten präsentieren sich vielschichtig: von klassisch graphischen Techniken zu Medieninstallationen, von Skulpturen zu Performances und Videos. Seine Kunst verschränkt formalen Instinkt und handwerklichen Verstand, macht Wissenschaft poetisch und Poesie zur Erzählung des Unscheinbaren. Details, die wir im Alltag gern übersehen, rücken bei Maurmair in den Fokus. Das Tier spielt in seinen Arbeiten eine recht entspannte Rolle, die fern von Überdeutung, Exotismus und Symbolträchtigkeit bleibt. Der Künstler schreibt das Tier als unspektakuläres Wesen in das alltägliche Beziehungsgeflecht ein, das nolens volens durch ein gemeinsames Habitat entsteht. Gerade diese stille Dramaturgie wirkt berührend. Die interaktive Skulptur „ChamäleON“ – ein titelgebendes Wortspiel mit Fingerzeig – thematisiert die Kluft zwischen Integrität und Anpassung im Kontext medialer Selbstinszenierung. Sie deutet auf das Spannungsfeld von Individuum, Eigenwahrnehmung und digitaler Öffentlichkeit hin. Das Motiv des Chamäleons wird zur Metapher für eine andauernd changierende Identität im digitalen Raum. Maurmairs Skulptur lädt dazu ein, dem Chamäleon spielerisch zum Farbwechsel zu verhelfen. Die künstlerische Intention tastet die feine Grenze zwischen Anpassung und dem Verlust eines stabilen Selbstbildes ab. Besonders in sozialen Medien zeigt sich diese Dynamik als ungleiche Differenz zwischen Authentizität und permanenter Inszenierung, bei dem letztere eindeutig die Vorherrschaft gewinnt.
* 1975 in Innsbruck
lebt und arbeitet in Frankenmarkt / OÖ und Wien