Steile Stufen führen in den tiefsten Ausstellungsraum des Stifts, in den historischen Gewölbekeller, der in der Sommerhitze durchaus zum Verweilen und Abkühlen einlädt. Die Räume sind charakterisiert durch die massiven Gewölbebögen, die das Stiftsgebäude tragen. Ihre Atmosphäre schwankt zwischen Mystik und Unheimlichkeit. Das nach dem Eingang links liegende Gewölbe gibt die perfekte Kulisse ab, um Deborah Sengls Skulptur „All You Can Lose“ dramaturgisch zu verstärken. Der Schweinemensch am Hometrainer ist per se kein Sympathieträger; hier erhöht sich seine animalische Wirkung – und gleichzeitig erzählt er von jener banalen Unheimlichkeit, die die Künstlerin in vielen menschlichen Attitüden festmacht.
Akustisch und visuell reduziert ist der Beitrag des Künstlerkollektivs OchoReSotto im hinteren Teil des Kellers. Hier geht es um die Herzrhythmen zweier Wesen, die sich langsam annähern und überlagern. Wesensmäßiger Gegensatz und dennoch gleiche Kreatürlichkeit von Mensch und Tier werden thematisiert.
Das zum Ausgang liegende Gewölbe fungiert als Projektionsraum für den Kunstfilm „GT Granturismo“ des Künstlerpaares Loredana und Günther Selichar. Das Video, das in Endlosschleife gezeigt wird, bewerkstelligt die kluge Grätsche zwischen künstlerischem Formalismus und ökologischer Kritik.